4 Jun 2026

Bundesländer prägen die Glücksspielregulierung trotz des Staatsvertrags von 2021 weiterhin aktiv

Deutsche Bundesländer und ihre Rolle bei der Glücksspielregulierung

Der Glücksspielstaatsvertrag von 2021 sollte eigentlich für mehr Einheitlichkeit sorgen, doch einzelne Bundesländer bestimmen nach wie vor maßgeblich die praktische Umsetzung der Regulierung und beeinflussen damit die Entwicklung des gesamten Marktes, während sie eigene Schwerpunkte bei der Lizenzvergabe setzen und regionale Besonderheiten berücksichtigen.

Der GlüStV 2021 und anhaltende föderale Spielräume

Der Interstate Treaty on Gambling trat 2021 in Kraft und zielte darauf ab, die Regulierung von Online-Glücksspielen bundesweit zu harmonisieren, doch die föderale Struktur Deutschlands erlaubt es den Ländern, in der Umsetzung eigene Akzente zu setzen und unterschiedliche Genehmigungsverfahren anzuwenden, während der Vertrag selbst lediglich einen Rahmen vorgibt, der Spielraum für landesspezifische Interpretationen lässt.

Beobachter stellen fest, dass diese Dynamik bereits kurz nach Inkrafttreten sichtbar wurde, als einzelne Länder begannen, eigene Regelungen für Online-Casino-Spiele wie Tischspiele zu entwickeln und damit den ursprünglichen Harmonisierungsgedanken teilweise konterkarierten.

Lizenzierungsansätze für Online-Tischspiele im Vergleich

Schleswig-Holstein verfolgt seit Jahren einen eigenständigen Weg und erteilt Lizenzen für Online-Casino-Angebote, darunter auch klassische Tischspiele, bereits vor dem bundesweiten Vertrag und setzt dabei auf ein eigenes Kontrollsystem, während Nordrhein-Westfalen restriktiver agiert und die Vergabe von Lizenzen für solche Spiele enger an die Vorgaben des GlüStV koppelt, was zu unterschiedlichen Marktzugangsbedingungen führt.

Experten haben beobachtet, dass diese Abweichungen direkte Auswirkungen auf die Verfügbarkeit legaler Angebote haben, weil Anbieter je nach Bundesland unterschiedliche technische und organisatorische Anforderungen erfüllen müssen und dadurch der regulierte Markt fragmentiert bleibt.

Marktdaten zum regulierten Sektor

Aktuelle Zahlen zum Bruttospielertrag des regulierten Marktes für 2024 zeigen ein moderates Wachstum, das jedoch regional stark variiert, weil Länder mit liberaleren Lizenzvergaben höhere Umsätze verzeichnen, während restriktivere Regionen geringere Marktanteile aufweisen und somit die Gesamtbilanz des regulierten Sektors beeinflussen.

Marktdaten und regionale Unterschiede im deutschen Glücksspielmarkt

Berichte der zuständigen Behörden, darunter auch Angaben auf gluecksspiel-behoerde.de, belegen, dass der regulierte Sektor im Vergleich zum Vorjahr zulegen konnte, wobei Online-Tischspiele einen wachsenden Anteil ausmachen, allerdings nur dort, wo die jeweiligen Landesbehörden entsprechende Lizenzen erteilt haben.

Die Evaluierung im Juni 2026 als kommender Meilenstein

Die für Juni 2026 vorgesehene Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags rückt näher und wird voraussichtlich die bisherigen Erfahrungen mit den unterschiedlichen landesrechtlichen Ansätzen systematisch auswerten, während Vertreter der Länder bereits jetzt ihre Positionen für mögliche Anpassungen vorbereiten und damit die Richtung der künftigen Regulierung mitbestimmen.

Beobachter rechnen damit, dass die Ergebnisse dieser Überprüfung Aufschluss darüber geben werden, ob eine stärkere Vereinheitlichung gelungen ist oder ob die föderalen Unterschiede bestehen bleiben und weiterhin die Marktentwicklung bestimmen.

Conclusion

Zusammengefasst zeigt sich, dass der GlüStV 2021 zwar einen gemeinsamen Rahmen geschaffen hat, die einzelnen Bundesländer jedoch durch ihre jeweiligen Lizenzierungspraktiken weiterhin erheblichen Einfluss auf die nationale Glücksspielpolitik ausüben und damit die Struktur des regulierten Marktes bis zur Evaluierung im Juni 2026 prägen werden.